Comic Review: Lady Mechanika – Band 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

Comic Review: Lady Mechanika – Band 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

„In einer Welt der Magie und Wissenschaft sucht eine Frau nach ihrer Vergangenheit…“ Das sind die ersten Worte des Klappentextes des düsteren Steampunk Comics Lady Mechanika. Ich finde dieser Satz fasst die Handlung ziemlich perfekt zusammen und macht neugierig.

Überblick

Autor/in
Buchreihe
Titel

Das Geheimnis der mechanischen Leiche

Nr.

1

ISBN

978-3-95839-520-6

Erschienen am

22.06.2017

Seitenzahl

112

Inhalt: Kurzfassung

Joe Benitez entführt uns in dem ersten Werk, das mit seiner eigenen Produktionsfirma entwickelt wurde, in eine Welt, in der es möglich ist, Menschen mit mechanischen Gliedmaßen „aufzuwerten“. Sie ist ganz klassisch für Steampunk im fiktiven Zeitalter des viktorianisch-industriellen Aufschwungs angesiedelt – also England des 19. Jahrhunderts. Hauptschauplatz ist dabei die Stadt „Mechanika“, die ebenfalls auch für die Namensgebung unserer Heldin Pate stand, da sie leider ihren wahren Namen nicht kennt.

Lady Mechanika ist eine wunderschöne, selbstbewusste und starke Frau, deren Stärke durch ihre mechanischen Arme unterstützt wird. Ihren Lebensunterhalt scheint sie sich als eine Art Detektivin zu verdienen. Sie hat leider keine Erinnerung daran, wer sie war, bevor sie die mechanischen Arme erhielt, noch von dem Eingriff selbst und dessen Urheber. Sie weiß nichts über sich selbst, außer dass sie offenbar etwas besonderes zu sein scheint. Denn bisher gab es noch kein Wesen oder gar einen Menschen, der die Symbiose von organischem Gewebe zu mechanischen Bauteilen so perfekt angenommen hat, wie sie. Ihre Bauteile scheinen von einer bislang unübertroffenen Qualität zu sein. Im Gegensatz zu anderen Mensch-Mechanik-Hybriden, kann sie ein halbwegs normales Leben führen, nur dass ihre mechanischen Arme ihr übermenschliche Kräfte verleihen. Das mag im ersten Moment wie ein riesen Glücksfall wirken, doch für sie ist der Preis einfach viel zu hoch: Ihre Vergangenheit. Deshalb hat sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht alles zusammenzutragen, was ihr helfen könnte, diese Lücke oder besser klaffende Wunde zu schließen, um sich endlich wieder komplett fühlen zu können.

Als eines Tages eine mechanische Leiche in der Stadt gefunden wird, sieht Lady Mechanika ihre Chance gekommen, endlich Antworten finden zu können. Sie untersucht den Fall und stößt dabei nicht nur auf bekannte Feinde wie z.B. den Waffenhändler Blackpool, sondern tatsächlich auf eine Spur die sie zu ihrem eigenen Ursprung führen könnte. Auf ihrer Suche wird sie, auch wenn sie eher wie eine Einzelgängerin wirkt, zum Glück von ihrem sympathischen Sidekick Lewis begleitet. Mit seinen selbst entwickelten Gerätschaften, seinem Humor und seiner unbedingten Loyalität, ist er der perfekte Weggefährte auf ihrer Suche nach der Wahrheit.

Eindrücke aus dem Comic

Bild anklicken, um es in voller Größe ansehen zu können © Splitter Verlag - Benitez, Steigerwald - Benitez Production

Einordnung

Genre
Action
Krimi/Thriller
Steampunk
Merkmale
actiongeladen
humorvoll
spannend
Vorlage
keine Vorlage

Kritik: Kurzfassung

Wer auf Steampunk und starke Frauen in der Hauptrolle steht und eine spannende, mitreißende Story zu schätzen weiß, wird mit Lady Mechanika bestens bedient sein. Mir hat der Comic sehr gut gefallen und ich werde mir auf jeden Fall auch die Folgebände zulegen, denn ich bin jetzt angefixt und will unbedingt wissen, was hinter Lady Mechanika, ihrer Erschaffung und ihrem Erzfeind Blackpool wirklich steckt.

Der Comic kann auf der Seite des Splitter Verlags direkt gekauft werden. Eine 10-seitige Leseprobe steht dort ebenfalls zur Verfügung.

Erzählstil 8

Zeichenstil 8

Geschichte 8

Charaktere 8

Erwartungen erfüllt 9

Gesamtwertung

Vollständige Kritik anzeigen Ausführliche Erklärung der Einzelwertungen in den 5 Bereichen:
Erzählstil, Zeichenstil, Geschichte, Charaktere, Erwartungen erfüllt.

Erzählstil 8/10

Der Erzählstil folgt einer klaren Struktur. So werden Ortswechsel und Zeitsprünge durch dunkelbraune, fast golden anmutende Textblöcke angezeigt, innere Monologe und Hintergrundinformationen in sepia- oder pergamentfarbenen Blöcken. Dem Handlungsverlauf von Panel zu Panel kann somit einfach gefolgt werden. Mir passiert es in manchen Werken, dass ich manchmal nicht weiß, in welchem Panel die Geschichte weiter gehen soll und kann dann nur durch den Kontext eine Reihenfolge nachbilden. Das ist hier aber sehr gut gelungen und auch leicht verwirrbaren Lesern, wie mir, dürfte es leicht fallen dem Handlungsverlauf zu folgen. In diesem Comic erhält der Leser relativ viele Textinhalte geboten, was ich als sehr interessant und überhaupt nicht als störend empfand – ganz im Gegenteil, da mir der Schreibstil nämlich sehr gefiel und die Art des Erzählens zum Stil des Comics passt. Die Qualität der Dialoge ist ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen. Hier ist so ziemlich alles vertreten: Von bissigen Kommentaren der Protagonistin, über kleine Gags, die teilweise auch zu Runninggags werden, aber auch emotionale Momente bis hin zu hitzigen Auseinandersetzungen.

Lady Mechanika - Erzählstil

Zeichenstil 8/10

Der Zeichenstil transportiert die Geschichte sehr gut. Die gezeigten Details reichen aus, um länger bei einem Bild zu verweilen und die Zeichenkunst zu bewundern, lenken aber nicht vom Thema ab. Die Kostüme der Charaktere sind nicht zu ausgefallen aber sehr detailliert und liebevoll entworfen und passen sehr gut zum Genre. Ein kleiner Kritikpunkt wäre bei den etwas zu sehr betonten weiblichen Attributen zu sehen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau und wahrscheinlich fällt das auch nur weiblichen Lesern negativ auf. Die Kapitelübergänge werden stets mit einem großformatigen Portrait der Protagonistin in jeweils unterschiedlichen Posen und Kostümen eingeleitet. Die Portraits sind teilweise eingefasst in reichverzierte Rahmen, die sehr zum Stil des Steampunks passen. Außerdem sind die Seiten vor und nach dem Kapitelübergang meist leer und lediglich mit Ornamenten verziert. Das unterstützt den sehr edlen und stilvollen Eindruck des gesamten Comics.

Geschichte 8/10

Die Geschichte gefiel mir sehr gut und ich bin auch mächtig angefixt und will auf jeden Fall wissen, wie es weiter geht. Viel hat man im ersten Band noch nicht erfahren, aber da mindestens 4 weitere noch vor mir liegen, ist das eher positiv als negativ zu werten. Alleine die persönliche Note mit der Suche nach der eigenen Vergangenheit und der Fall an sich, den sie untersucht und die Detektivgeschichte drumherum ist sehr gut inszeniert, spannend aufgebaut und fesselnd erzählt. Man erhält viel Action aber auch genügend Story und der Comic lässt sich auch durchaus Zeit für ruhigere Momente, die sich zum Beispiel mit den Charakteren selbst befassen und uns deren Hintergründe näher bringen. Alles in Allem glänzt die Geschichte durch Ausgewogenheit - alles drin, alles dran. Was es vielleicht hier und da vermissen lässt, sind innovative Ideen, aber vielleicht kommt das erst noch raus in den Folgebänden. Dies hier ist erst der Auftakt und sollte wohl erstmal den Grundstein legen. Da ist es nicht verwunderlich, dass erstmal mit bekannten Elemenen gearbeitet wird, um den Leser abzuholen.

Lady Mechanika - Actiongeladene Steampunk Detektiv-Story

Charaktere 8/10

Die Protagonistin kann auf manche eher unsympathisch wirken, aufgrund ihrer unnahbaren und abweisenden Art ihren Mitmenschen gegenüber. Mich störte das weniger. Sidekick Lewis kann dies bestens ausgleichen und sorgt hin und wieder für ein Schmunzeln. Auch Nebenfiguren, wie ein Arzt und seine Tochter oder eine Zirkusgesellschaft sorgen für Abwechslung und lockern die Handlung auf. Die Antagonisten sind mit Waffenhändler Blackpool, seines Commanders und dessen Armee ausreichend mysteriös und bedrohlich. Die Beweggründe warum Blackpool tut, was er tut, warum er so besessen ist von mechanischen Kreaturen, sind in diesem Band noch nicht eindeutig klargestellt, was ich aber sehr gut finde. So hat man die Hoffnung in den Folgebänden mehr darüber zu erfahren, was dem Ganzen Tiefe und ein wenig Unvorhersehbarkeit verleiht.

Erwartungen erfüllt 9/10

Wenn ich „Steampunk“ lese, erwarte ich spezielle Fluggeräte wie z.B. Zeppeline oder Flugschiffe mit Fledermausflügeln und ausgefallene, mechanische Geräte die oft mit analogen Uhren verziert sind. Außerdem viel Gold und eher Brauntöne in der Optik. Das ist hier tatsächlich alles größtenteils vorhanden. Auch die Erwartungshaltung, die durch den Klappentext aufgebaut wurde, wird nicht enttäuscht. Man kriegt hier tatsächlich eine wunderbare Steampunk-Detektiv-Story mit reichlich Action und Spannung. Hier und da hätte ich vielleicht etwas mehr Steampunk-Stilelemente erwartet, aber auch das ist Meckern auf hohem Niveau.

Lady Mechanika und Sidekick Lewis auf Erkundungstour im Flieger

Alle Darstellungen, die den rezensierten Comic betreffen (Innenseiten, Cover, Charakter etc.):

© Splitter Verlag - Benitez, Steigerwald - Benitez Production

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Autorin dieses Blogs

Nerderlei Autorin Anne
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Anne

Seit 1984 ist Anne ein Vollblut-Nerd und schreibt seit 2017 ihre Gedanken zu nerdigen Themen nieder. Seit Juli 2018 ist sie Autorin des Blogs Nerderlei bei dem es u.a. um Filme, Videospiele, Comics und Romane der Genres Science-Fiction, Cyberpunk und Fantasy geht, sich aber auch mit Technikneuheiten (z.B. künstliche Intelligenz oder Virtual Reality) und Merchandising-Artikel befasst. Dazu gibt es jeweils Reviews, Blogbeiträge bzw. Meinungsartikel und News. Besonders im Fokus werden dabei u.a. folgende Marken stehen: Disney, Star Wars, Star Trek, Marvel, DC. Weitere Informationen zum Blog oder zum Nerderlei-Werdegang der Autorin findest du hier.

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